Vertiefungsschwerpunkte
In Modul 3 und später in deiner Masterarbeit kannst du einen fachlichen Schwerpunkt im Masterstudium setzen. Du vertiefst zentrale Themen der Raumplanung und entwickelst ein klares inhaltliches Profil.
Die Lehrveranstaltungen greifen aktuelle Herausforderungen der Planung auf. Sie stehen in engem Bezug zur laufenden Raumforschung und bereiten dich gezielt auf deine Masterarbeit vor.
Kern des Moduls ist ein Doppelseminar, das von zwei Lehrenden aus unterschiedlichen Fachgebieten angeboten wird. Beide bringen ihre Perspektiven ein und verbinden Theorie, Methodik und aktuelle Forschungsfragen. Ergänzend belegst du zwei weitere Seminare. Diese kannst du in der gewählten oder einer anderen Vertiefungsrichtung belegen.
Du setzt dich intensiv mit dem aktuellen Stand der fachlichen Diskussion auseinander.
Du arbeitest mit einschlägigen Theorien und Methoden.
Du lernst, Positionen kritisch einzuordnen und ihre Relevanz für Planungspraxis und Forschung zu bewerten.
Modul 3 gibt dir den Raum, eigene Interessen zu schärfen und dich fundiert auf deine Masterarbeit vorzubereiten. Und du kannst selbst entscheiden, ob deine Vertiefung später auf dem Zeugnis erscheinen soll oder ob du dich und dein Studium etwas breiter aufstellen magst, indem du Seminare in unterschiedlichen Vertiefungsschwerpunkten besuchst.
Zwischen folgenden Vertiefungsschwerpunkten kannst du wählen:
In der klassischen Raumplanung stehen rechtlich normierte Pläne im Mittelpunkt. Konkrete Maßnahmen, Projekte und die Umsetzung bleiben oft im Hintergrund.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Kommunen und Regionen stehen unter Handlungsdruck. Reine Projektorientierung führt häufig zu Einzelentscheidungen ohne gemeinsamen Rahmen. Das erschwert Abstimmung, Prioritätensetzung und langfristige Steuerung.
Deshalb gewinnt strategische Planung wieder an Bedeutung.
Strategien strukturieren dein Denken.
Sie setzen Prioritäten.
Sie klären, warum du etwas tust.
Sie schaffen Orientierung für Politik, Verwaltung und weitere Akteure.
Je nach Abstraktionsgrad zeigen sich Strategien in Leitbildern, Programmen, Plänen oder konkreten Projekten.
Im Schwerpunkt „Strategische Stadt- und Regionalentwicklung“ analysierst du Konzepte, Ziele, institutionelle Strukturen und Verfahren strategischer Steuerung. Du arbeitest theoriegeleitet und nutzt aktuelle Fallstudien. Dabei betrachtest du verschiedene Maßstabsebenen – von der Kommune bis zur Region und darüber hinaus.
Ein zentraler Fokus liegt auf dem Zusammenspiel formeller Instrumente und informeller, kooperativer Ansätze. Du untersuchst, wie Akzeptanz entsteht und wie unterschiedliche Akteure in strategische Prozesse eingebunden werden.
Inhaltlich arbeitest du an aktuellen Fragestellungen, zum Beispiel in den Bereichen:
- Demographie
- Wohnen
- Gesundheit
- Klimawandel
- Flächenentwicklung
- Wirtschaftsförderung
Du lernst, strategische Prozesse zu analysieren, zu strukturieren und fachlich fundiert weiterzuentwickeln.
Städte und ländliche Räume verändern sich ständig.
Gesellschaftlicher Wandel, Klimaanpassung, soziale Ungleichheit und Flächendruck stellen neue Anforderungen an die gebaute Umwelt.
Im Schwerpunkt „Städtebau“ beschäftigst du dich mit der verantwortlichen Gestaltung und Qualifizierung von Quartieren – in urbanen, suburbanen und ländlichen Kontexten. Ziel ist eine gerechte, inklusive und langfristig tragfähige Entwicklung.
Du verbindest Theorie und Praxis.
Du entwickelst Konzepte und Strategien.
Du lernst, die dahinterliegenden Prozesse aktiv mitzugestalten.
Dabei arbeitest du auf unterschiedlichen Maßstabsebenen, vom Quartier bis zur Gesamtstadt. Du nutzt Methoden der städtebaulichen Analyse und des Entwerfens. Du prüfst, wie räumliche Qualität entsteht und wie sich diese sichern lässt.
Ein zentraler Bestandteil ist die integrierte Betrachtung stadträumlicher Zusammenhänge. Dazu gehören auch Instrumente der Qualitätssicherung und Verfahren der Beteiligung in der Stadtentwicklung.
Du lernst, räumliche Strukturen zu analysieren, Entwürfe fundiert zu begründen und Entwicklungsprozesse fachlich zu begleiten.
Städte und Regionen stehen unter ökologischem Druck:
Hitze, Starkregen, Flächenversiegelung und Verlust von Biodiversität erfordern konkrete Lösungen.
Im Schwerpunkt „Freiraum- und Umweltplanung, Klimaanpassung“ arbeitest du an genau diesen Fragen. Du verbindest ökologische Anforderungen mit planerischer Steuerung und räumlicher Gestaltung.
Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen wie die Entwicklung urbaner grün-blauer Infrastruktur oder Strategien zur Anpassung an den Klimawandel. Du analysierst, wie Freiräume zur Kühlung beitragen, Wasser zurückhalten oder Lebensqualität sichern. Gleichzeitig prüfst du, wie Umweltbelange systematisch in Planungsprozesse integriert werden.
Du beschäftigst dich mit der Wirksamkeit von Planungsinstrumenten. Du hinterfragst, welche Instrumente tatsächlich steuern und wo ihre Grenzen liegen. Dabei beziehst du rechtliche, institutionelle und politische Rahmenbedingungen ein.
Auch methodisch arbeitest du vertieft. Du nutzt Modellierung und Simulation, wendest Entwurfs- und Planungsmethoden an und lernst, Forschungsansätze gezielt einzusetzen. So verbindest du Analyse, Konzeptentwicklung und Bewertung.
Du lernst, ökologische Herausforderungen räumlich zu denken, fachlich fundiert zu bewerten und in umsetzbare Strategien zu überführen.
Mobilität verändert Städte.
Technologische Innovationen, Klimaziele und gesellschaftlicher Wandel stellen bestehende Verkehrssysteme infrage.
Im Schwerpunkt „Raum- und Mobilitätsforschung“ analysierst du die Wechselwirkungen zwischen Mobilität, Verkehr und Stadtentwicklung. Du untersuchst, wie räumliche Strukturen Mobilitätsverhalten prägen – und wie Mobilität wiederum Räume verändert.
Du arbeitest mit theoretischen Grundlagen und empirischen Ansätzen der Mobilitäts- und Raumforschung. Dabei diskutierst du auch normative Leitbilder wie die „15-Minuten-Stadt“ oder die „lebenswerte Stadt“. Du prüfst, welche Annahmen dahinterstehen und wie tragfähig diese Konzepte in der Praxis sind.
Ein zentraler Fokus liegt auf datenbasierten Analysen. Du nutzt raumbezogene Daten, untersuchst Mobilitätsverhalten und beziehst psychologische Faktoren ein. So entwickelst du ein differenziertes Verständnis für reale Entscheidungsprozesse.
Methodisch arbeitest du softwaregestützt. Du nutzt Geoinformationssysteme wie ArcGIS, modellierst Verkehrsnachfrage mit Programmen wie PTV VISUM und wertest Daten mit Tools wie Python aus. Dabei verbindest du räumliche, verhaltensbezogene und analytische Perspektiven.
Du lernst, eigene Forschungsvorhaben zu konzipieren, geeignete Methoden auszuwählen und komplexe Zusammenhänge systematisch zu analysieren. Neue Mobilitätsangebote wie autonomes Fahren bewertest du kritisch hinsichtlich ihrer räumlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen.
Am Ende kannst du Forschungsergebnisse fundiert einordnen und daraus tragfähige konzeptionelle Schlussfolgerungen für Planung und Politik ableiten.
Wohnen ist eine Kernaufgabe der Stadtplanung.
In vielen europäischen Städten fehlt Wohnraum. Das betrifft nicht nur bezahlbare Wohnungen, sondern ganze Teilmärkte.
Gleichzeitig verfolgt Wohnungspolitik mehrere Ziele. Sie soll Wohnraum erschwinglich machen, soziale Inklusion fördern und Ressourcen schonen. Klimaneutralität kommt hinzu. Diese Ziele überlagern sich – und stehen teilweise im Konflikt.
Boden spielt dabei eine zentrale Rolle.
Er ist die Grundlage für jede Wohnentwicklung.
Über Bodenpolitik steuert die öffentliche Hand, wie Flächen genutzt und entwickelt werden.
Im Schwerpunkt „Boden und Wohnen“ analysierst du die politischen und planerischen Handlungsfelder beider Bereiche. Du untersuchst, wie Boden- und Wohnungspolitik zusammenwirken – und wo Spannungen entstehen. Beide Felder gehören zur gleichen Wertschöpfungskette, folgen aber unterschiedlichen Logiken.
Du setzt dich mit rechtlichen und institutionellen Instrumenten auseinander. Darauf aufbauend integrierst du soziologische, ökonomische, stadtgestalterische und strategische Perspektiven. So betrachtest du Boden und Wohnen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang.
Wohnen bedeutet dabei mehr als die einzelne Wohnung. Du analysierst auch das Wohnumfeld im Quartier sowie Entwicklungen auf städtischen und stadtregionalen Boden- und Wohnungsmärkten.
Du lernst, Zielkonflikte zu erkennen, Instrumente kritisch zu bewerten und tragfähige Strategien für eine soziale und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung zu entwickeln.
Immobilien prägen Städte langfristig.
Ihr Management entscheidet über Wirtschaftlichkeit, Nutzung und Nachhaltigkeit.
Im Schwerpunkt „Immobilienmanagement“ beschäftigst du dich mit dem nachhaltigen Management von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Grundlage ist der Lebenszyklusansatz. Du analysierst Immobilien von der Entwicklung über die Nutzung bis zur langfristigen Bestandsoptimierung.
Du arbeitest mit Methoden zur Planung, Entscheidung und Kontrolle. Dabei steht das vermögensorientierte Management im Mittelpunkt. Du bewertest Bestandsimmobilien auf Basis zukünftiger Zahlungsströme. Du berücksichtigst Restnutzungsdauer, Risiken und Nachhaltigkeitsaspekte.
Finanzierungsinstrumente, staatliche Förderungen und Abgaben beziehst du systematisch in deine Analysen ein. Du lernst, Investitionsrisiken zu erfassen und Ergebnisse adressatengerecht aufzubereiten. Reporting und Controlling sind fester Bestandteil.
Ein weiterer Fokus liegt auf Wertschöpfungspotenzialen im Bestand. Du prüfst, wie sich Immobilien wirtschaftlich und ökologisch weiterentwickeln lassen. Dabei nutzt du digitale Tools und Softwarelösungen für das Immobilienmanagement.
Du nimmst unterschiedliche Akteursperspektiven ein: Kommune, Projektentwicklung, Asset- und Portfoliomanagement. Diese Perspektiven verknüpfst du mit aktuellen Forschungsergebnissen und technologischen Entwicklungen.
So lernst du, Immobilien strategisch zu bewerten, Risiken realistisch einzuschätzen und nachhaltige Entwicklungsentscheidungen fundiert zu treffen.
Die Transformation der Energiesysteme ist eine zentrale Aufgabe der Raumplanung.
Im Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“ analysierst du die räumlichen Anforderungen der Energiewende.
Im Fokus stehen Planungsprozesse auf kommunaler, regionaler und überregionaler Ebene. Du ermittelst Flächenbedarfe, prüfst Standorte und sicherst Trassen planerisch ab. Dabei bewertest du fachliche Kriterien der Raumverträglichkeit systematisch.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf rechtssicheren Verfahren. Du beschäftigst dich mit der Frage, wie Planungs- und Genehmigungsprozesse transparent gestaltet und gleichzeitig beschleunigt werden können. Akzeptanz, Beteiligung und Verfahrenseffizienz stehen dabei im Spannungsfeld.
Durch die Kooperation mit der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik arbeitest du interdisziplinär. Über Module des Masterstudiengangs „Sustainable Energy Systems“ vertiefst du dein Wissen in Energie- und Netztechnik sowie in Energieökonomie. So verstehst du die technischen und wirtschaftlichen Grundlagen, die planerische Entscheidungen beeinflussen.
Zusätzlich kannst du in Zusammenarbeit mit dem Institut für Berg- und Energierecht der Ruhr-Universität Bochum energierechtliche Fragestellungen vertiefen. Dabei besteht die Möglichkeit, das Zertifikat „Kompaktlehrprogramm Energiewirtschaft“ zu erwerben.
Du erweiterst deine raumwissenschaftlichen Kompetenzen gezielt um energietechnische, energiewirtschaftliche und energierechtliche Kenntnisse. Gleichzeitig lernst du, aktuelle Forschungsfragen mit hohem Praxisbezug zu bearbeiten und deine Ergebnisse klar zu präsentieren – mündlich und schriftlich.
Urban areas across Europe and beyond face profound spatial challenges.
Technological change, digitalization, migration, demographic shifts and climate change reshape cities and regions. Economic restructuring and new forms of urbanization add further pressure.
These transformation processes have complex and sometimes contradictory spatial effects. Metropolitan regions grow and densify, while other cities shrink. Low-density suburban development continues, even as inner areas intensify. In-between spaces gain relevance. Urban growth, decline and restructuring often occur at the same time.
In this focus area, you analyze these dynamics systematically. You examine how structural change affects spatial development and how planning can respond in a strategic and coordinated way. The goal is to develop deliberate approaches to guide, govern and revitalize urban areas in economic, social and environmental terms.
You work with established planning concepts as well as newer approaches discussed in current research. These include social innovation, collaborative governance, resilience, urban laboratories and urban strategies, alongside frameworks such as learning regions or incremental planning. You assess their assumptions, strengths and limitations in real-world contexts.
You learn to interpret complex urban processes, structure transformation challenges and derive strategic responses. You connect theoretical perspectives with empirical analysis and current case studies.
This specialization enables you to understand urban transformation as a multidimensional process and to design informed, forward-looking planning strategies.
From the winter semester 2027/28 onwards, this focus area will be further developed into a dedicated 2-year-Master’s programe “Urban Transformation”.











