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25. September 2017

Prof. Dr. Erika Spiegel verstorben

Im Alter von fast 92 Jahren ist am 9.September 2017 Prof. Dr. phil. Dr.-Ing. h.c. Erika Spiegel gestorben.

1968 wurde Frau Spiegel an die neugegründete Abteilung Raumplanung der Universität Dortmund als Professorin für „Soziologische Grundlagen der Raumplanung“ berufen. In Dortmund lehrte sie fast zehn Jahre, bis ihr 1978 die Leitung des Deutschen Instituts für Urbanistik in Berlin übertragen wurde. 1981 nahm sie einen Ruf an die TU Hamburg-Harburg auf eine Professur für „Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Städtebaus“ an. Auch nach ihrer Emeritierung 1993 war sie in der Raumplanungsszene weiter präsent. Bis vor wenigen Jahren nahm sie auf Tagungen oder in Zeitschriftenveröffentlichungen zu aktuellen stadtplanerischen Fragen Stellung. So kam es, dass auch viele jüngere RaumplanerInnen Frau Spiegel auf unterschiedlichen Fachveranstaltungen begegnet sind. 

An der damals noch „ Abteilung Raumplanung“ genannten Fakultät vertrat Frau Spiegel mit den „Soziologischen Grundlagen“ eines der „Grundlagenfächer“ der Raumplanung. Trotzdem ließ sie sich von Anfang an und mit großem Elan auf die zentralen Aufgaben der Raumplanung als wissenschaftlicher und praktischer Disziplin ein. In den hochschulpolitischen Auseinandersetzungen der frühen Jahre machte sie sich stets für das Projektstudium und den interdisziplinären Ansatz in der Raumplanung stark.

In ihren späten Veröffentlichungen setzte sie sich mit der Krise regulativer Politik auseinander, auf der praktischen Ebene ergänzt um die kritische Analyse von neueren Erfahrungen mit unterschiedlichen Beteiligungsverfahren in Deutschland und der Schweiz. Überhaupt hat sie noch in fast jedem ihrer Beiträge auf dem anwendungs- und handlungsorientierten Bezug insistiert.

Im November 2010 wurde Erika Spiegel auf Antrag der Fakultät Raumplanung die Ehrendoktorwürde der TU Dortmund verliehen (s. Foto). Bei dieser Gelegenheit ehrte die Rektorin Ursula Gather die Stadtsoziologin als „eine Persönlichkeit, die wie kaum eine zweite den Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Disziplinen vorangetrieben hat“. Die Geehrte überraschte die Zuhörer in ihrem Festvortrag mit einer fundierten kritischen Analyse aktueller städtebaulicher Entwicklungen in westlichen Ländern. Ihre Diagnose einer „wachsende Divergenz von Standort, Funktion und Gestalt“ in unseren Städten ließ aufhorchen.

Immer wieder hat sie sich auch noch in den letzten Jahren in Briefen oder Emails zu wissenschaftlichen Arbeiten jüngerer Kollegen geäußert. Zuweilen gab sie auch Ratschläge, ohne je aufdringlich zu sein. Denen, die sie kannten, werden ihre konstruktiven Anregungen und ihr menschliches Verständnis fehlen.

In der Raumwissenschaft werden viele ihrer wegweisenden Impulse in Erinnerung bleiben. Die Fakultät Raumplanung hat eine herausragende Wissenschaftlerin verloren.

(Von: esk/sf)

(Von: tf)