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6. March 2017

Erste Bachelor-Absolventen im Partnerprojekt Raumplanung der TU Dortmund und Universität Dohuk

An der Universität Dohuk im Irak haben jetzt die ersten 17 Studierenden ihr Studium der Raumplanung mit dem Bachelor-Abschluss beendet. Für Dr. Hasan Sinemillioglu von der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund ist das ein weiterer Beleg dafür, dass dieser Studiengang sich nachhaltig an der Universität im kurdischen Autonomiegebiet etabliert hat. Der Fachbereich Raumplanung an der Universität Dohuk wurde als gemeinsames Projekt mit der TU Dortmund aufgebaut.

2012 hatten die vier jungen Frauen und 13 Männer, die jetzt ihre Bachelor-Prüfung bestanden, ihr Studium aufgenommen. 2015 kamen sie zur sogenannten „Summer School“ an die TU Dortmund, um hier ihr Studium um Elemente aus dem Lehrplan der Fakultät Raumplanung zu ergänzen und sich mit dem Planungssystem der Bundesrepublik zu befassen. In ihren Bachelor-Arbeiten beschäftigten sich die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Spatial planning – Raumplanung wird an der Universität Dohuk in englischer Sprache gelehrt – mit Themen, die im Bürgerkriegsland Irak höchst aktuell sind: Es geht vor allem darum, wie die Städte dort die vielen Menschen aufnehmen können, die die kriegerischen Auseinandersetzungen vom Land in die Städte treiben. Diese Landflucht ist ein riesiges Problem. Die Studierenden entwickeln in ihren Bachelor-Arbeiten Lösungen, wie beispielsweise die Müllentsorgung und die Energieversorgung nachhaltig gestaltet werden können und wie sich die Wohnungsprobleme lösen lassen.

Langjährige Zusammenarbeit

Trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak arbeiten die TU Dortmund und ihre Partner-Universität in Dohuk seit mehr als fünfzehn Jahren eng zusammen. Seit 2012 liegt ein Schwerpunkt bei der Fakultät Raumplanung. Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer verschiedener Irakischer Universitäten entwickelten mit Kolleginnen und Kollegen der TU Dortmund ein Curriculum für die Raumplanerausbildung im Irak – angelehnt an die deutschen Erfahrungen, aber orientiert an der besonderen Situation des Iraks als einem Land im Wiederaufbau. Studierende aus dem Irak nehmen an Lehrveranstaltungen der Dortmunder Raumplaner – zum Teil per Live-Video-Chat – teil; regelmäßig kommen Studierendengruppen aus Dohuk, das im Kurdengebiet im Irak liegt, zur Forschung und zum Studium nach Dortmund.

Schon vor gut 20 Jahren  gab es Verbindungen zwischen Dortmund und dem kurdischen Autonomiegebiet im Norden des Iraks. Bis zu 15.000 Menschen, die durch Kämpfe im Zweistromland ihre Häuser verloren hatten, sei bei der Neuansiedlung geholfen worden, berichtet Dr. Hasan Sinemillioglu. Er war aus der Türkei nach Deutschland geflohen, half anschließend seinen Landsleuten und begann eine Laufbahn in der Fakultät Raumplanung an der TU Dortmund. „Bildung zu Stadt- und Raumplanung war bis dato im Irak unbekannt“, berichtet er. Mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) mündete eine allgemeine Zusammenarbeit zwischen Universitäten im Irak und der TU Dortmund dann im Studiengang Raumplanung, der an der Universität Dohuk eingerichtet und mit viel Unterstützung aus Dortmund durchgeführt wurde.

Anteil der Studentinnen steigt

An der Fakultät Raumplanung in Dohuk studieren jetzt bereits vier Jahrgänge, bei denen der Anteil der Studentinnen zunimmt. Für den nächsten Bachelor-Abschluss erwartet Dr. Sinemillioglu bereits fünf Frauen und sechs Männer.

Die Universität Dohuk wurde 1992 gegründet, zählt derzeit etwa 18.000 Bachelor- und 600 Master-Studierende. Diese besuchen 17 Colleges, unter anderem mit den Fächern Medizin, Jura, Wirtschafts- und Erziehungswissenschaften, Landwirtschaft, Ingenieurwissenschaften mit Architektur, Bauwesen, Maschinen- und Elektroingenieurwesen und Raumplanung.

(Von: mk)